Wanzl zieht positives Fazit zum Praxistest des FastLaner® in München mit einer hohen Akzeptanz bei Kunden und damit zusammenhängend einer guten Nutzung. Zusätzlich wurde ein Konzept für Retail Media Integration am smarten Einkaufswagen entwickelt. Der erste Praxistest von V-Markt Express im V-Markt München im Euro-Industriepark ist abgeschlossen. Das Pilotprojekt liefert wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung vernetzter Self-Checkout- und Express-Services im großflächigen Einzelhandel. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel mehrerer Checkout-Formate im Tagesgeschäft: FastLaner®, mobile Handscanner, stationäre Self-Checkout-Terminals und Smart Exit.
Realitätscheck im Großflächenhandel
Der Standort war bewusst anspruchsvoll gewählt. Auf rund 17.000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit rund 300.000 gelisteten Produkten treffen Food, Non-Food, Baumarkt, Bedientheken, Leergutprozesse, Stoßzeiten und sehr unterschiedliche Einkaufstypen aufeinander. Genau diese Komplexität machte den Markt in der Maria-Probst-Straße in München zur idealen Test-Umgebung. Die neuen Express-Services sollten bewusst nicht unter Laborbedingungen, sondern im laufenden Marktalltag zeigen, wie Technologie, Marktprozesse, Kundennutzung und Mitarbeiterperspektive zusammenspielen. „Der Pilot hat gezeigt, dass Express-Services im Großflächenhandel vor allem dann relevant werden, wenn sie als vernetztes System gedacht sind“, sagt Stefan Huemer, Vice President Digital bei Wanzl. „Für uns war entscheidend, die Nutzung nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenspiel mit Marktprozessen, technischer Stabilität und Kundenführung. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des FastLaner® und künftiger Checkout-Konzepte ein.“
Hohe Akzeptanz und relevante Nutzung
Die aktuelle Auswertung zeigt klar eine grundsätzliche Offenheit gegenüber den neuen Angeboten. Grundlage waren im Zeitraum von Februar bis Mitte Juli 14.600 Sessions bei einer durchschnittlichen Einkaufsdauer von 23:31 Minuten. Bei den mobilen Express-Services entfielen 62,6 Prozent der Nutzung auf Handscanner und 37,4 Prozent auf den FastLaner®. Damit erzielte der intelligente Einkaufswagen im Marktalltag eine relevante Nutzung und wurde nicht nur als Innovationsformat wahrgenommen. Auch die wiederkehrende Nutzung spricht für Akzeptanz: 30 Prozent der FastLaner®-Nutzer und über 61 Prozent der SB-Kassen-Nutzer griffen im Pilotzeitraum erneut auf das jeweilige Angebot zurück. Über 80 Prozent der Befragten empfanden die Express-Services als nützlich oder sehr nützlich und als intuitiv zu bedienen. Neben Zeitersparnis spielten Neugier, Spaß am Ausprobieren sowie die direkte Ansprache und Begleitung in der Einführungsphase eine wichtige Rolle. „Für den Marktalltag ist entscheidend, dass neue Services nicht zusätzlich verkomplizieren, sondern den Einkauf erleichtern“, sagt Dominik Endres, IT- und Projektverantwortlicher bei V-Markt. „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Wahlfreiheit ist: Kunden konnten selbst entscheiden, ob sie klassisch kassieren, stationären Self-Checkout nutzen, mit Handscanner einkaufen oder den FastLaner® verwenden. Gleichzeitig hat sich bestätigt, dass persönliche Begleitung gerade in der Anfangsphase ein zentraler Erfolgsfaktor ist.“
Learnings aus dem laufenden Betrieb
Ein weiteres Ergebnis: Die Services wurden nicht nur für kleine Convenience-Einkäufe genutzt. Über 17 Prozent der Sessions dauerten länger als 45 Minuten. Zudem deuten die internen Auswertungen auf umfangreichere Warenkörbe bei Verwendung mobiler Express-Services hin. Die Warenkorbwerte lagen im Pilotzeitraum teils deutlich über den bisherigen Vergleichswerten vor Einführung der neuen Services. Neben Nutzung und Akzeptanz machte der Pilot deutlich, welche Faktoren für den Betrieb vernetzter Express-Services entscheidend sind. Dazu zählen Wahlfreiheit, Mitarbeitereinbindung, Systemstabilität und aktive Kundenansprache. Im laufenden Betrieb wurden unter anderem WLAN-Stabilität, Scan-Prozesse, die Übertragung im Kassierprozess, Sonderfälle wie Tankgutscheine sowie Artikel- und Aktionspreiserkennung als technische und operative Optimierungspunkte identifiziert. Diese Themen konnten im Projektverlauf zügig analysiert und gemeinsam mit den Partnern optimiert werden. „Bei einem Projekt unter Realbedingungen zeigt sich sehr schnell, wie wichtig stabile Prozesse und eine saubere Integration sind“, sagt Günther Glogger, Leiter Entwicklung & Projektleitung bei DRS. „Gerade wenn verschiedene Checkout-Formate mit bestehenden Abläufen zusammenspielen, entstehen wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Betrieb und die technische Weiterentwicklung.“ Auch die mobile Nutzerführung war ein zentraler Erfolgsfaktor. Neue Services müssen nicht nur technisch funktionieren, sondern für Kunden intuitiv verständlich sein und sich sinnvoll in die jeweilige Einkaufssituation einfügen. „Mobile Checkout-Services werden dann angenommen, wenn der Nutzen im Einkauf sofort verständlich wird“, sagt Nico Müller, CCO von shopreme. „Die positive Bewertung und die wiederkehrende Nutzung zeigen, wie wichtig einfache Nutzerführung, klare Prozesse und ein stimmiges mobiles Erlebnis für die Akzeptanz solcher Services sind.“
Retail Media rückt stärker in den Fokus
Ein zusätzlicher Erkenntnisbereich ist Retail Media am Einkaufswagen. Im Verlauf des Projekts rückte das Thema stärker in den Fokus. Der FastLaner® bietet durch sein Display die Möglichkeit, klassische Handzettel-Angebote digital zu verlängern, Produktempfehlungen direkt in die Einkaufssituation zu integrieren und neue Formen der Industriepartner-Kommunikation am Point of Sale zu etablieren. Wanzl hat während der Pilotphase gemeinsam mit V-Markt ein praxisnahes Retail-Media-Konzept für den FastLaner® technisch und konzeptionell umgesetzt. Stephanie Jordan, Business Development Manager Digital & New Biz, betont, dass das Handling im Alltag des Händlers funktionieren muss: „Der Kern der konzeptionellen Überlegung bestand darin, ein Retail-Media-Konzept zu entwickeln, das mit möglichst geringem Implementierungsaufwand schnell umsetzbar und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig ist. Als Ausgangspunkt wurde bewusst der klassische Handzettel gewählt, dessen Inhalte auf den digitalen Einkaufswagen übertragen wurden. Damit sollte gezeigt werden, wie sich bestehende Handelskommunikation effizient in einen neuen Retail-Media-Kanal überführen lässt. Gleichzeitig eröffnet das Konzept Perspektiven für kontextbezogene Angebotsausspielungen, zielgerichtetes Targeting, neue WKZ-Modelle und ein systematisches Erfolgstracking. Entscheidend für den langfristigen Erfolg bleibt, dass die Inhalte für Endverbraucher einen erkennbaren Mehrwert bieten und sich nahtlos in das Einkaufserlebnis integrieren.“ Nach Abschluss der Pilotphase bleiben die Systeme bis Ende 2026 weiter im Einsatz.